Wie wir die Trefferquote berechnen
Wenn wir eine Trefferquote für ein Analysehaus zeigen, messen wir, wie die veröffentlichten Kursziele des Hauses im Nachhinein abgeschnitten haben. Hier erklären wir genau, wie die Zahlen berechnet werden.
Trefferquote (12 Monate)
Ein Kursziel gilt als getroffen, wenn der Aktienkurs das Ziel innerhalb von 12 Monaten nach Veröffentlichung erreicht. Bei Zielen über dem Kurs zum Veröffentlichungszeitpunkt muss der Kurs auf das Ziel steigen. Bei Zielen unter dem Kurs gilt ein Treffer, wenn der Kurs auf das Ziel fällt. Beide Richtungen zählen, denn beide sind Prognosen über die Kursrichtung.
Richtungstreffer und Medianfehler
Die Trefferquote zeigt nicht alles. Deshalb zeigen wir auch, wie oft sich die Aktie in die Richtung bewegte, die das Ziel vorgab, sowie den Medianfehler: wie weit das Ziel im Median vom tatsächlichen Ergebnis nach 12 Monaten entfernt lag. Ein Haus, das oft hohe Ziele setzt, kann in einem steigenden Markt eine hohe Trefferquote erzielen, ohne besser zu sein als andere. Richtung und Medianfehler machen das Bild fairer.
Stichprobenregeln
- Es zählen nur Ziele, die mindestens 12 Monate alt sind. Jüngere Ziele hatten keine Zeit, ihr Ergebnis zu zeigen.
- Wiederholt ein Haus dasselbe unveränderte Ziel für dieselbe Aktie innerhalb von 90 Tagen, wird es nur einmal gezählt.
- Prozentwerte zeigen wir nur für Häuser mit mindestens 30 auswertbaren Zielen. Bei weniger Beobachtungen sind die Zahlen irreführend.
- Ziele auf Aktien, zu denen uns Kursdaten fehlen oder die kurz nach Veröffentlichung delistet wurden, werden nicht gezählt.
Sektorstärke
Auf den Seiten der Häuser gliedern wir die Trefferquote zusätzlich nach Sektoren. Es gelten dieselben Zählregeln, aber ein Sektor wird nur gezeigt, wenn das Haus dort mindestens 30 auswertbare Kursziele hat; Werte ohne Sektorzuordnung werden nicht mitgezählt. Jeder Sektor wird mit dem eigenen Durchschnitt des Hauses verglichen, sodass sichtbar wird, wo das Haus stärker oder schwächer als sein eigenes Niveau ist.
Konsens und Einigkeit
Auf den Aktienseiten ist der Konsens der Median des jeweils neuesten Kursziels jedes Hauses; nur Ziele aus den letzten 90 Tagen zählen. Der Median verhindert, dass ein einzelnes Extremziel den Wert verzerrt. Ziele, die mehr als das Dreifache über oder unter dem aktuellen Kurs liegen - etwa Altlasten von vor einem Split - werden nicht gezählt.
Die Einigkeit messen wir mit dem Variationskoeffizienten (Standardabweichung geteilt durch den Mittelwert) über dieselben frischen Ziele: unter 8 % zeigen wir “Einigkeit”, 8-16 % “Teilweise uneinig” und über 16 % “Uneinig”. Die Spanne (niedrigstes-höchstes Ziel) und die Zahl der Häuser stehen immer neben dem Wert. Haben weniger als zwei Häuser frische Ziele, zeigen wir stattdessen das neueste Ziel jedes Hauses ohne Altersgrenze, klar als ältere Daten markiert.
Daten und Grenzen
Die Statistik basiert auf öffentlich veröffentlichten Kurszielen seit 2020 und täglichen Aktienkursen. Die Methode misst, was nach der Veröffentlichung tatsächlich geschah, berücksichtigt aber weder Dividenden noch die Tatsache, dass verschiedene Häuser unterschiedliche Aktien und Zeiträume abdecken. Die Kurse sind unbereinigte Tagesschlusskurse, Aktiensplits werden also nicht berücksichtigt: ein vor einem Split gesetztes Ziel kann dadurch zu Unrecht als getroffen oder verfehlt gezählt werden. Die Zahlen werden täglich aktualisiert und sind Historie, keine Garantie für künftige Trefferquoten.
Optimismus und Abweichung von anderen Häusern
Über die Trefferquote hinaus messen wir, ob ein Haus systematisch höhere oder niedrigere Kursziele setzt als seine Wettbewerber. Für jedes Kursziel vergleichen wir das Ziel des Hauses mit dem Durchschnitt der frischen Ziele der anderen Häuser für dieselbe Aktie (Ziele, die innerhalb der vorherigen 30 Tage veröffentlicht wurden, einschließlich desselben Tages). Die Abweichung wird in Prozent ausgedrückt: Ein Ziel von 110 gegenüber einem Wettbewerberdurchschnitt von 100 ergibt +10 %. Einzelne extreme Abweichungen jenseits von ±40 % werden auf genau ±40 % begrenzt, damit Ausreißer nicht dominieren. Der Wert des Hauses ist der Median der Abweichungen der letzten 12 Monate.
- Der Median macht das Maß unempfindlich dagegen, wie oft ein Haus dasselbe Ziel wiederholt.
- Wir zeigen die Abweichung nur für Häuser mit mindestens 30 vergleichbaren Zielen, und die Anzahl der Ziele (n) wird immer neben dem Wert angezeigt.
- Eine Abweichung über +2 % heißt „Optimistisch”, unter −2 % „Konservativ”, dazwischen „Im Rahmen”. Es ist keine Note: Die Häuser decken unterschiedliche Aktien ab, und eine bewusst optimistische Sicht kann zu höheren Zielen führen, ohne falsch zu sein.
- Namensvarianten desselben Hauses werden vor dem Vergleich zusammengeführt (z. B. gelten „SEB” und „SEB Equities” als dasselbe Haus), sodass ein Haus nie mit sich selbst verglichen wird.